Schlagwort Archives: Mietenpolitik

Wohnungstausch

Ein Problem, das immer wieder auftaucht, ist der Wohnungstauschwunsch.
Da wohnt z.B. ein älterer Mensch allein in seiner großen Wohnung, der Partner/die Partnerin ist verstorben, die Kinder sind lange schon ausgezogen und führen ihren eigenen Haushalt. Der Wunsch in eine kleinere Wohnung umzuziehen ist da, aber leider sind die Mieten bei kleineren Wohnungen inzwischen so gestiegen, dass selbst ein oder zwei Zimmer weniger genau so viel kosten würden wie die große Wohnung.
Konsequenz: Der ältere Mieter bleibt in seiner großen Wohnung.
Problem: Jüngere Familien, die ein oder zwei Kinder bekommen haben, sitzen noch immer in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung, obwohl sie gerne eine größere beziehen würden. Leider bekommt man keine oder sie ist unbezahlbar teuer.Read more

Mietpreisbremse

Wahrscheinlich wissen alle, die sich mit der sogenannten Mietpreisbremse schon einmal beschäftigt haben, dass sie die Mietenentwicklung keineswegs bremst, also unwirksam ist.
Nun hat Justizministerin Katarina Barley einen neuen Gesetzentwurf durch das Bundeskabinett gebracht, der einige Punkte der Mietpreisbremse verändert, also ein Mietrechtsanpassungsgesetz, das nach ihrer Ansicht der große Wurf (Quantensprung war ihre Bezeichnung) ist und Mieter vor zu hohen Mietforderungen schützen soll.
Wer das der großen Koalition nicht zutraute, hat Recht behalten, die Änderung ist ein „Reförmchen“, die wichtigen Passagen, die von Mieterorganisationen seit langem kritisiert wurden, sind nicht wirksam verändert worden.Read more

Mietpreisentwicklung

Schon lange wissen wir, dass Wohnen zur Miete einige Vorteile hat, aber auch, dass die Mieten regelmäßig erhöht werden.
Darüber kann man lange klagen, die deutsche Gesetzgebung erlaubt diese regelmäßigen Steigerungen. Schon vor mehr als 40 Jahren gab es in Berlin die Angst, dass die Stadt ein „weißer Kreis“ wird, also Mieten ungezügelt in die Höhe schießen.
Das Beispiel München erschreckte damals viele Berliner, die in einem „schwarzen Kreis“, also einem Gebiet mit Mietpreisbindung, wohnten.
1987 wurde die Mietpreisbindung abgeschafft und ein verbindlicher Mietspiegel als Instrument zur Mietenregulierung eingeführt.
Daher steigen seit nunmehr 30 Jahren die Mietpreise kontinuierlich an.

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Konferenz der Mietervertreter

Am 9. November fand die erste Konferenz der Mieterräte und Mieterbeiräte der LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) statt.
Eingeladen hatte die WVB AöR (Wohnraumversorgung Berlin), eine Senatsdienststelle, die 2016 als Folge des Wohnraumversorgungsgesetzes (WoVG) geschaffen wurde und die Koordination der 6 LWU sowie die Unterstützung und Fortbildung der Mietervertreter zur Aufgabe hatte.

Es waren ca. 180 Gäste der Einladung gefolgt, darunter neben den Mietervertretern auch Mitarbeiter der LWU. Die Senatorin Katrin Lompscher wurde von Regula Lüscher (Senatsbaudirektorin) vertreten, die im Einleitungsvortrag den neuen sozialen Wohnungsbau beschwor, und damit bezahlbare Mieten auch bei Neubauvorhaben, die allen Zuwanderern nach Berlin zur Verfügung stehen sollen.
Die Stadt wächst derzeit um 40.000 bis 50.000 Einwohner jährlich, die Urbanisierung zeigt sich hier wie in anderen deutschen Großstädten.Read more

Berliner Wohnungspolitik

Leider immer wieder muss man als Mieter feststellen, dass Politik in Berlin nicht für die 85% der Bevölkerung gemacht wird, die zur Miete wohnt.
Kurz ein Blick auf den Berliner Wohnungsmarkt, auch wenn die Zahlen hier schon genannt wurden:

1,9 Millionen Wohnungen gibt es in Berlin,
davon rund 1,68 Millionen Mietwohnungen, der Rest sind sogenannte Eigentumswohnungen, also Immobilien in Privatbesitz, die vom Besitzer selbst bewohnt werden oder von ihm vermietet wurden.
Wie viele davon nach wie vor als Ferienwohnungen genutzt werden ist nicht bekannt.

Im Besitz der 6 LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) befinden sich derzeit 320.000 bis 330.000 Wohnungen, Genossenschaften besitzen ca. 200.000 Wohnungen in der Stadt, der Rest befindet sich in Privatbesitz.
Dazu gehören nicht nur Immobilienbesitzer mit 1 oder 2 Mehrfamilienhäusern, sondern auch börsennotierte Wohnungsunternehmen wie die Deutsche Wohnen und die Vonovia.
Insgesamt fast 200.000 Wohnungen gehören dazu, von denen die Deutsche Wohnen bereits 110.000 besitzt.Read more