Mietspiegel, die Zweite

Vor nunmehr einer Woche wurde der Mietspiegel 2017 für Berlin veröffentlicht, ich hatte bereits vor zwei Tagen kurz und allgemein berichtet und ein paar Rechenbeispiele aufgeführt.

Inzwischen habe ich mich etwas intensiver damit beschäftigt, mit Freude festgestellt, dass mein Vermieter (landeseigenes WU) „nur“ 7 Euro mehr verlangen könnte (2%, siehe Kooperationsvereinbarung) und nicht gleich auf den laut Mietspiegel erlaubten Wert erhöhen kann.
Dann habe ich mal nachgerechnet wie hoch die Durchschnittsmiete lt. aktuellem Mietspiegel liegt, da ich den Medien und den dort genannten 6,40 Euro/ m² nicht traue – selber rechnen ist besser.
Und siehe da, nach meiner Berechnung (statistischer Mittelwert über die 84 Felder der Mietspiegeltabelle, die jeweils mehr als 30 Wohnungen bzw. Stichproben erfassen) sind das

7,07 Euro/ m² (Nettokaltmiete)Read more

Mietspiegel 2017

Wie bekannt wird alle 2 Jahre ein neuer Mietspiegel erstellt.
Bisher gilt der von 2015, nun wurde der neue Mietspiegel 2017 veröffentlicht.

Schon im Vorfeld gab es Diskussionen, einige Medien hatten bereits Informationen bevor die Senatsverwaltung die aktuelle Version vorstellte.
Auch die Vermieterverbände hatten bereits protestiert und angekündigt, dass sie den Mietspiegel nicht akzeptieren. Dabei erfuhr man, dass die Durchschnittsmieten in Berlin von 4,85/m² Kaltmiete auf 6,40 Euro gestiegen seien, also eine Steigerung um mehr als 9%.
Grund dafür ist die Tatsache, dass nur die Neuvermietungen der letzten 4 Jahre in die Berechnung einfließen, und da bei neu vermietetem Wohnraum die Kaltmiete bis zu 10% über dem Höchstwert des Mietspiegels liegen durfte, war diese Entwicklung absehbar.Read more

Ist Mietervertreter etwas Politisches?

Komische Frage wird nun der eine oder andere denken.
Aber so trivial scheint es nicht zu sein, denn bei den 6 Mieterräten in Berlin gehen die Ansichten dazu erheblich auseinander.
Zwar hat die Politik – noch unter Andreas Geisel als Senator – diese Form der Mietervertretung beschlossen (siehe WoVG), dabei aber auch ignoriert, dass es längst Mieterbeiräte in vielen Wohnquartieren gibt. Diese sind nicht politisch legitimiert, sondern entsprechen „dem Wunsch“ des Abgeordnetenhauses, dass zusammenhängende Quartiere mit mehr als 300 Wohneinheiten eine Mietervertretung haben sollten.
Das wird von den 6 landeseigenen Wohnungsunternehmen sehr unterschiedlich gehandhabt, während bei einer Gesellschaft ca. 65% der Mieter durch Mieterbeiräte vertreten sind, hat eine andere Gesellschaft die Wahl bisher durch ein gefordertes Quorum von 25% erfolgreich verhindert.

Dazu muss man wissen, dass die Wahlbeteiligungen sehr gering sind, 10 – 15% sind normal, 25% die Ausnahme.Read more

Mieterrat – was läuft schief?

Seit nunmehr einem halben Jahr haben die 6 landeseigenen Wohnungsunternehmen Mieterräte als Interessenvertreter der Mieterschaft. So wollte es die Politik, festgeschrieben im Wohnraumversorgungsgesetz, und sie hat auch die Aufgaben der Mieterräte definiert, allerdings nicht wirklich klar und eindeutig.

Bei 4 von 6 Mieterräten sind nun die Vorsitzenden bzw. Stellvertretenden Vorsitzenden zurückgetreten, da ist die Frage wohl nicht unbegründet:
Was stimmt hier eigentlich nicht, was ist faul bei den Mieterräten?Read more