Energetische Sanierung

So, ein paar erholsame Tage im östlichen Nachbarland sind vorbei, nun kann man sich wieder mit den Mieterproblemen bei uns befassen.

Steigende Mieten (siehe Mietspiegel 2017) und andauernder Ärger mit Vermietern wie der Deutsche Wohnen bleiben ganz oben auf der Skala der Ärgernisse, nun aber auch die „energetischen Sanierungen“, die auf die Mieterschaft umgelegt werden können – letztlich aber sinnlos sind, außer dass sie den Vermietern nette Profite verschaffen.

Ist schon der Einfluss des Senats auf die privaten Vermieter nahezu gleich Null, so muss bei den kommunalen Wohnungsunternehmen eine Lösung im Sinne der Mieter gefunden werden. Der Druck der bevorstehenden Bundestagswahl könnte dazu beitragen, dass die Politik eher im Sinne der Mieter und Wähler agiert, da man natürlich ein wählerfreundliches Image braucht um gewählt zu werden. Zumindest in Berlin besteht die Wählerschaft zu 85% aus Mietern, immerhin 12,8% von ihnen wohnen als Hauptmieter bei den LWU (landeseigenen Wohnungsunternehmen).

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Spitzenmieten

Berlin leidet unter Wohnungsnot, d.h. das Angebot ist kleiner als die Nachfrage, besonders im Bereich der Kaltmieten von 5 bis 10 Euro/ m².
Wer bereit oder in der Lage ist, auch 1400 Euro Gesamtmiete monatlich zu zahlen, hat bisher noch kein Problem, doch viele Haushalte können eben das nicht.

Die landeseigenen Wohnungsunternehmen (im weiteren kurz LWU) wollen innerhalb der nächsten 10 Jahre mehrere tausend Neubauwohnungen bauen lassen und kaufen weitere Wohnimmobilien zum derzeitigen Bestand von rund 320.000 Wohnungen dazu.Read more

Deutsche wohnen

…zumindest bei der Deutsche Wohnen nicht besonders gut.

Ein Eindruck, der entsteht, wenn man die Berichterstattung in den Medien der letzten Wochen verfolgt hat und letztendlich auch die verzweifelten Bemühungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wohnen im Berliner Abgeordnetenhaus erlebt, die eine Stellungnahme vom Geschäftsführer der Deutsche Wohnen einforderte.
Hier noch ein paar Medienberichte der letzten Wochen
Berliner Kurier
Tagesspiegel

Am 21. Juni schließlich kam Michael Zahn um Rede und Antwort zu stehen.

Erwartungsgemäß waren viele Mieter der Deutsche Wohnen im Saal, und auch der rbb verfolgte die Sitzung.
Nachdem das Unternehmen im Februar „nur“ die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Manuela Damianakis, in den Ausschuss geschickt hatte – angeblich, da der Termin nicht mit dem CEO (Chief Executive Officer = Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzender) abgestimmt wurde – war man auf seine Stellungnahmen gespannt.Read more

Die Mietenspirale

Vor kurzer Zeit erregte ein Wohnungsangebot die Gemüter.
Warum?
Weil es ein Angebot der landeseigenen Gewobag war und die Gesamtmiete bei fast 16 Euro/ m² lag. Von „sozialem Wohnungsbau“ oder „sozial verträglichen Mietpreisen“ ist dieses Angebot weit entfernt, so fragt man sich also warum auch die landeseigenen Wohnungsunternehmen Mietpreise verlangen, die die Preise des freifinanzierten Wohnungsbaus übertreffen.

Das Geheimnis heisst Querfinanzierung, ein Teil der neu erbauten Wohnungen wird als Folge der Kooperationsvereinbarung zwischen Senatsverwaltung und kommunalen Wohnungsunternehmen für weniger als 7 Euro/ m² angeboten, der Rest der Wohnungen muss dann teurer angeboten werden um die gesamten Baukosten zu finanzieren.

Wie viel kostet es heute überhaupt ein Wohnhaus in Geschossbauweise (Mehrfamilienhaus) zu erbauen?Read more

Betriebskosten

Als Betriebs- oder Nebenkosten (Betriebskosten ist der juristisch richtige Ausdruck) werden bezeichnet

die Kosten, die dem Eigentümer oder Erbbauberechtigten durch das Eigentum oder Erbbaurecht am Grundstück oder druch den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes, der Nebengebäude, Anlagen, Einrichtungen und des Grundstücks laufend entstehen.“

So sagt es die Betriebskostenverordnung vom 25.11.2003, die noch immer gültig ist.

Oft und gerne auch als „zweite Miete“ bezeichnet, ich hatte hier bereits ein paar Mal darauf hingewiesen, dass die Nettokaltmiete des Mietspiegels nur einen Teil der tatsächlichen Mietkosten ausmacht. Im vorigen Beitrag verwies ich auch auf den Betriebskostenspiegel, die Tabelle, die die durchschnittlichen Kosten der einzelnen Betriebskostenposten in Berlin auflistet.Read more