Kategorie Archives: Mietenpolitik

Koalitionsstörung

Eigentlich glaubt man, dass in einer Koalition alle in dieselbe Richtung marschieren wollen, doch offensichtlich trifft das in Berlin nicht zu.
Während Linkspartei und Grüne (erstaunlich genug) hier in Berlin bei Wohnungsbau und Mietenpolitik nahezu gleiche Meinungen vetreten, schert die SPD jetzt aus. Klar, das Ressort Stadtentwicklung und Wohnen mussten die Genossen nach gefühlten 100 Jahren an die Linken abgeben, damit fehlt ihnen der Spielplatz, auf dem sich so trefflich mit der privaten Wohnungswirtschaft klüngeln ließ.

2002 bis 2009: Verkauf von Filetgrundstücken zu lachhaften Preisen an private Investoren, die dort hochpreisige Luxuswohnungen errichten konnten. Dann der Verkauf der Wohnungen mit hohen Gewinnmargen oder Vermietung zu Quadratmeterpreisen, die sich kein Normalverdiener leisten kann, waren die Folge.Read more

Neubaublockade durch Senatsverwaltung?

In der letzten Woche konnte man mehrmals Berichte in den Medien lesen, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen den Neubau in der Stadt ausbremst.
Sogar die 6 LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) versteigen sich zu einem „Brandbrief„, in dem sie Katrin Lompscher dafür verantwortlich machen wollen, dass sie selbst in den letzten Jahren die Quote beim Neubau nicht erfüllt haben.

Werfen wir einen Blick auf Anspruch und Wirklichkeit, dann stellen wir fest, dass von den Versprechen der LWU (Wir bauen für Berlin) nicht viel realisiert wurde, statt 5000 Wohnungen wurden 2016 nur 1300 gebaut. Weitere 5415 hatten Baubeginn und sollen in den nächsten Jahren fertiggestellt werden, immerhin 2832 im Jahr 2018.
(Quelle: Bericht zur Schaffung von Wohnraum der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen)Read more

Berliner Wohnungspolitik

Leider immer wieder muss man als Mieter feststellen, dass Politik in Berlin nicht für die 85% der Bevölkerung gemacht wird, die zur Miete wohnt.
Kurz ein Blick auf den Berliner Wohnungsmarkt, auch wenn die Zahlen hier schon genannt wurden:

1,9 Millionen Wohnungen gibt es in Berlin,
davon rund 1,68 Millionen Mietwohnungen, der Rest sind sogenannte Eigentumswohnungen, also Immobilien in Privatbesitz, die vom Besitzer selbst bewohnt werden oder von ihm vermietet wurden.
Wie viele davon nach wie vor als Ferienwohnungen genutzt werden ist nicht bekannt.

Im Besitz der 6 LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) befinden sich derzeit 320.000 bis 330.000 Wohnungen, Genossenschaften besitzen ca. 200.000 Wohnungen in der Stadt, der Rest befindet sich in Privatbesitz.
Dazu gehören nicht nur Immobilienbesitzer mit 1 oder 2 Mehrfamilienhäusern, sondern auch börsennotierte Wohnungsunternehmen wie die Deutsche Wohnen und die Vonovia.
Insgesamt fast 200.000 Wohnungen gehören dazu, von denen die Deutsche Wohnen bereits 110.000 besitzt.Read more

Energetische Sanierung

So, ein paar erholsame Tage im östlichen Nachbarland sind vorbei, nun kann man sich wieder mit den Mieterproblemen bei uns befassen.

Steigende Mieten (siehe Mietspiegel 2017) und andauernder Ärger mit Vermietern wie der Deutsche Wohnen bleiben ganz oben auf der Skala der Ärgernisse, nun aber auch die „energetischen Sanierungen“, die auf die Mieterschaft umgelegt werden können – letztlich aber sinnlos sind, außer dass sie den Vermietern nette Profite verschaffen.

Ist schon der Einfluss des Senats auf die privaten Vermieter nahezu gleich Null, so muss bei den kommunalen Wohnungsunternehmen eine Lösung im Sinne der Mieter gefunden werden. Der Druck der bevorstehenden Bundestagswahl könnte dazu beitragen, dass die Politik eher im Sinne der Mieter und Wähler agiert, da man natürlich ein wählerfreundliches Image braucht um gewählt zu werden. Zumindest in Berlin besteht die Wählerschaft zu 85% aus Mietern, immerhin 12,8% von ihnen wohnen als Hauptmieter bei den LWU (landeseigenen Wohnungsunternehmen).

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Deutsche wohnen

…zumindest bei der Deutsche Wohnen nicht besonders gut.

Ein Eindruck, der entsteht, wenn man die Berichterstattung in den Medien der letzten Wochen verfolgt hat und letztendlich auch die verzweifelten Bemühungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wohnen im Berliner Abgeordnetenhaus erlebt, die eine Stellungnahme vom Geschäftsführer der Deutsche Wohnen einforderte.
Hier noch ein paar Medienberichte der letzten Wochen
Berliner Kurier
Tagesspiegel

Am 21. Juni schließlich kam Michael Zahn um Rede und Antwort zu stehen.

Erwartungsgemäß waren viele Mieter der Deutsche Wohnen im Saal, und auch der rbb verfolgte die Sitzung.
Nachdem das Unternehmen im Februar „nur“ die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Manuela Damianakis, in den Ausschuss geschickt hatte – angeblich, da der Termin nicht mit dem CEO (Chief Executive Officer = Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzender) abgestimmt wurde – war man auf seine Stellungnahmen gespannt.Read more