Kategorie Archives: Miete

Vonovia

Während in Berlin noch über die Deutsche Wohnen und ihre Geschäftspraktiken geklagt wird, hat die Vonovia schon längst die Finger nach Wohnungsunternehmen im Ausland ausgestreckt.

So versucht sie derzeit in Österreich die BUWOG und in Schweden die Victoria Park zu übernehmen, das würde einen Zuwachs von 49.000 und 13.700 Wohnungen bedeuten.
Rund 350.000 WE (=Wohneinheiten, also Wohnungen) umfasst der aktuelle Bestand. Die Übernahme der Deutsche Wohnen ist gescheitert, aber der Übernahmemarathon geht weiter, was auch am Aktienkurs erkennbar ist.
Dieser stieg innerhalb eines Jahres um rund 14%.

Übrigens befinden sich 10,3% des BUWOG-Bestandes in Berlin, also mehr als 5.000 WE.
Da Bau- und Instandhaltungskosten weiter steigen, ist der Einstieg in den Immobilienmarkt in Schweden, Österreich und Frankreich durchaus attraktiv.
„Betongold“ steht weiter hoch im Kurs, und der größte deutsche Immobilienkonzern will weiter wachsen.

Die Mieter haben nichts davon, außer steigenden Kosten, und die Vermutung, dass Betriebskostenabrechnungen nicht ganz korrekt sind, Abrechnungsfehler, Zahlendreher oder einfach nur Betrug, das ist bisher ungeklärt.

Allerdings traut man als Mieter einer privaten Wohnungsbaugesellschaft jede Schweinerei zu, denn es geht nur um Profitmaximierung, die Aktionäre wollen hohe Dividenden sehen, die Boni der Vorstände sind davon abhängig.

Der „Trick“ mit Tochtergesellschaften Dienstleistungen zu erbringen, diese dann mit überhöhten Rechnungen und auf dem Weg über die Betriebskosten von Mietern bezahlen zu lassen, ist nicht neu, er wird sogar von landeseigenen Unternehmen inzwischen praktiziert.
Und solange Immobilienwerte weiter steigen, besonders in Ballungsräumen, werden wir Mieter höllisch aufpassen müssen, dass wir nicht nur die regelmäßig steigenden Mieten (was leider legitim ist) bezahlen müssen, sondern auch die Raffgier der Vermieter.

Mietspiegel 2019

Den Interessierten Mietern wird bekannt sein, dass der Mietspiegel alle 2 Jahre erneuert wird.
Dass es dabei jedesmal die Konflikte zwischen Mietervertretern und Vermietern gibt, dürfte auch jedem klar sein, schließlich liegen ihre Interessen weit auseinander.
Und dass bisher ein neuer Mietspiegel immer mit Mieterhöhungen verbunden war, scheint ebenfalls ein „Naturgesetz“ zu sein – obwohl so manchem Mieter (da schließe ich mich ein) nicht erklärbar ist, warum Wohnen teurer wird, obwohl die Wohnungen immer älter werden.

Klar, die Argumente der Vermieter kennen wir, sie verweisen gerne darauf, dass die Instandhaltungskosten steigen, wenn Immobilien älter werden, dass mehr Reparaturen in alten Häusern anfallen als in Neubauten.

Allerdings sehen wir auch, dass die Wohnungsunternehmen Jahr für Jahr erhebliche Gewinne erzielen mit der Vermietung von Wohnraum. Es geht hier also nicht um kostendeckende Einnahmen, sondern um Profite.Read more

Instandhaltung und Modernisierung

Nicht nur private Vermieter und Wohnungsunternehmen tricksen gerne, auch bei den LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) gibt es Fälle, bei denen Instandhaltungsmaßnahmen (muss der Vermieter tragen) als Modernisierung (kann auf die Miete umgelegt werden) verkauft wurden.
Ohne jetzt eine der 6 LWU an den Pranger zu stellen, kann man nur allen Mietern empfehlen jede Modernisierungsankündigung sorgfältig zu prüfen, und da wir alle keine Fachleute sind, diese von einem Fachmann begutachten zu lassen.

Natürlich ist es für den Vermieter attraktiv die Kosten für notwendige Arbeiten, die der Erhaltung der Wohnqualität dienen, vom Mieter bezahlen zu lassen.
Der Konflikt zwischen dem § 535 und § 559 des BGB ist für viele Mieter nicht durchschaubar, weshalb Mietervereine und politische Aktivisten schon lange eine Abschaffung des § 559 verlangen.Read more

Mieterhöhung

Bundestagswahl vorbei, Mieterhöhungsbegehren erhalten.
Zufall?
Vielleicht, jedenfalls landete am Montag nach der Wahl der Brief der Gewobag im Briefkasten. Obligatorisch ist die Frage:
Warum wird die Wohnung bzw. das Haus immer älter und die Miete immer höher?
Diese Frage kann niemand verständlich beantworten, richtige Antwort wäre:
Weil es möglich ist laut Gesetz und Mietspiegel.
Zwei Jahre gab es keine Erhöhung der Grundmiete (auch Kaltmiete genannt), daher sind 4% Erhöhung möglich, die ortsübliche Vergleichsmiete lt. Mietspiegel ist noch nicht erreicht, also ist das Verlangen des Vermieters legitim.

Klar ist auch, dass kein Mieter gerne eine Mieterhöhung hinnimmt, auch wenn wir uns in vielen Jahren daran gewöhnt haben, dass Vermieter das so handhaben und die gesetzlichen Möglichkeiten nach BGB ausschöpfen.Read more

Berliner Wohnungspolitik

Leider immer wieder muss man als Mieter feststellen, dass Politik in Berlin nicht für die 85% der Bevölkerung gemacht wird, die zur Miete wohnt.
Kurz ein Blick auf den Berliner Wohnungsmarkt, auch wenn die Zahlen hier schon genannt wurden:

1,9 Millionen Wohnungen gibt es in Berlin,
davon rund 1,68 Millionen Mietwohnungen, der Rest sind sogenannte Eigentumswohnungen, also Immobilien in Privatbesitz, die vom Besitzer selbst bewohnt werden oder von ihm vermietet wurden.
Wie viele davon nach wie vor als Ferienwohnungen genutzt werden ist nicht bekannt.

Im Besitz der 6 LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) befinden sich derzeit 320.000 bis 330.000 Wohnungen, Genossenschaften besitzen ca. 200.000 Wohnungen in der Stadt, der Rest befindet sich in Privatbesitz.
Dazu gehören nicht nur Immobilienbesitzer mit 1 oder 2 Mehrfamilienhäusern, sondern auch börsennotierte Wohnungsunternehmen wie die Deutsche Wohnen und die Vonovia.
Insgesamt fast 200.000 Wohnungen gehören dazu, von denen die Deutsche Wohnen bereits 110.000 besitzt.Read more