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Konferenz der Mietervertreter

Am 9. November fand die erste Konferenz der Mieterräte und Mieterbeiräte der LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen) statt.
Eingeladen hatte die WVB AöR (Wohnraumversorgung Berlin), eine Senatsdienststelle, die 2016 als Folge des Wohnraumversorgungsgesetzes (WoVG) geschaffen wurde und die Koordination der 6 LWU sowie die Unterstützung und Fortbildung der Mietervertreter zur Aufgabe hatte.

Es waren ca. 180 Gäste der Einladung gefolgt, darunter neben den Mietervertretern auch Mitarbeiter der LWU. Die Senatorin Katrin Lompscher wurde von Regula Lüscher (Senatsbaudirektorin) vertreten, die im Einleitungsvortrag den neuen sozialen Wohnungsbau beschwor, und damit bezahlbare Mieten auch bei Neubauvorhaben, die allen Zuwanderern nach Berlin zur Verfügung stehen sollen.
Die Stadt wächst derzeit um 40.000 bis 50.000 Einwohner jährlich, die Urbanisierung zeigt sich hier wie in anderen deutschen Großstädten.Read more

Jahresbilanz

Zeit für einen Rückblick, die Wohnungsunternehmen haben ihre Geschäftsberichte für 2016 veröffentlicht, und die Mieterräte sind inzwischen 1 Jahr im Amt.
Was gibt es also zu berichten, die politischen Veränderungen wurden ja bereits erwähnt.
Und dass noch lange nicht alles mieterfreundlich geregelt ist, sollte auch bekannt sein.

Schauen wir zuerst auf die Jahresbilanzen der LWU (landeseigene Wohnungsunternehmen), die zwar öffentlich sein sollen, aber geschickt versteckt werden von den Wohnungsgesellschaften.
Mal heisst das „Geschäftsbericht“, mal „Konzernabschluss“, und gut versteckt auf den Internetseiten sind sie fast alle.
Besonders die DeGeWo versteckt ihn so gut als „Konzernabschluss“ , dass selbst die Suchfunktion den Bericht nicht findet.Read more

Spitzenmieten

Berlin leidet unter Wohnungsnot, d.h. das Angebot ist kleiner als die Nachfrage, besonders im Bereich der Kaltmieten von 5 bis 10 Euro/ m².
Wer bereit oder in der Lage ist, auch 1400 Euro Gesamtmiete monatlich zu zahlen, hat bisher noch kein Problem, doch viele Haushalte können eben das nicht.

Die landeseigenen Wohnungsunternehmen (im weiteren kurz LWU) wollen innerhalb der nächsten 10 Jahre mehrere tausend Neubauwohnungen bauen lassen und kaufen weitere Wohnimmobilien zum derzeitigen Bestand von rund 320.000 Wohnungen dazu.Read more

Die Mietenspirale

Vor kurzer Zeit erregte ein Wohnungsangebot die Gemüter.
Warum?
Weil es ein Angebot der landeseigenen Gewobag war und die Gesamtmiete bei fast 16 Euro/ m² lag. Von „sozialem Wohnungsbau“ oder „sozial verträglichen Mietpreisen“ ist dieses Angebot weit entfernt, so fragt man sich also warum auch die landeseigenen Wohnungsunternehmen Mietpreise verlangen, die die Preise des freifinanzierten Wohnungsbaus übertreffen.

Das Geheimnis heisst Querfinanzierung, ein Teil der neu erbauten Wohnungen wird als Folge der Kooperationsvereinbarung zwischen Senatsverwaltung und kommunalen Wohnungsunternehmen für weniger als 7 Euro/ m² angeboten, der Rest der Wohnungen muss dann teurer angeboten werden um die gesamten Baukosten zu finanzieren.

Wie viel kostet es heute überhaupt ein Wohnhaus in Geschossbauweise (Mehrfamilienhaus) zu erbauen?Read more

Ist Mietervertreter etwas Politisches?

Komische Frage wird nun der eine oder andere denken.
Aber so trivial scheint es nicht zu sein, denn bei den 6 Mieterräten in Berlin gehen die Ansichten dazu erheblich auseinander.
Zwar hat die Politik – noch unter Andreas Geisel als Senator – diese Form der Mietervertretung beschlossen (siehe WoVG), dabei aber auch ignoriert, dass es längst Mieterbeiräte in vielen Wohnquartieren gibt. Diese sind nicht politisch legitimiert, sondern entsprechen „dem Wunsch“ des Abgeordnetenhauses, dass zusammenhängende Quartiere mit mehr als 300 Wohneinheiten eine Mietervertretung haben sollten.
Das wird von den 6 landeseigenen Wohnungsunternehmen sehr unterschiedlich gehandhabt, während bei einer Gesellschaft ca. 65% der Mieter durch Mieterbeiräte vertreten sind, hat eine andere Gesellschaft die Wahl bisher durch ein gefordertes Quorum von 25% erfolgreich verhindert.

Dazu muss man wissen, dass die Wahlbeteiligungen sehr gering sind, 10 – 15% sind normal, 25% die Ausnahme.Read more