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2019 – was ist neu

Einige Gesetzesänderungen sind zum 1. Januar des Jahres in Kraft getreten, zum Teil wurde hier bereits darauf hingewiesen.
Nun also noch einmal ein Blick auf die Situation in Berlin, die sich nicht ohne weiteres mit der gesamtdeutschen Politik vereinbaren lässt.

Dadurch, dass Berlin eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen in Regierungsverantwortung hat, eine Senatorin der Linkspartei das Ressort Stadtentwicklung und Wohnen verantworten muss, sieht hier manches anders aus als im Bund.
Zwar hat die Bundesministerin für Justiz, Katarina Barley (SPD), das Mietrechtanpassungsgesetz (MietAnpG) auf den Weg gebracht, das auf Intervention der CDU noch abgeschwächt wurde (wenn man es mit den Augen eines Mieters betrachtet), aber in Berlin gab es vorher bereits ein WoVG (Wohnraumversorgungsgesetz) und eine Kooperationsvereinbarung mit den 6 landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU).Read more

Partizipation

Partizipation, Mitbestimmung oder auch Teilhabe an politischen Prozessen ist ein großes Thema derzeit, auch wenn viele Politiker offensichtlich nicht verstehen wollen, was es bedeutet.

Aber letztlich ist es verständlich, sie wollen niemanden in ihre Entscheidungskompetenzen eingreifen lassen, schon gar nicht das dumme Wahlvolk. Man merkt etlichen Entscheidungsträgern an, wie lästig ihnen die Forderung mündiger Bürger nach Mitentscheidungskompetenzen ist.
Klar, der Bürger vertritt seine ganz individuellen Partikularinteressen, was ja legitim ist, übersieht dabei aber oft die Interessen anderer Betroffener.
Nur leider sehen die Entscheidungen der politischen Amtsträger nicht besser aus.
Warum?
Weil sie keine Fachkompetenzen haben, politische Ämter werden nicht nach Fachwissen vergeben, sondern nach Parteizugehörigkeit, eine Praxis, die schon eine lange Tradition hat.Read more

Mietrechtanpassungsgesetz

Wie berichtet ist die Modernisierungsumlage stark umstritten, es gibt viele Stimmen, die eine generelle Aufhebung des §559 fordern.
Andere möchten zumindest diesen Teil des Mietrechts anpassen, eine moderate Umlage – z.B. 6% – mit einer Kappungsgrenze – eventuell bei 1,50 Euro/ m² – einführen und diese Umlage zeitlich befristen, bis die Modernisierungskosten sich amortisiert haben.
Bei 6% wäre das nach knapp 17 Jahren der Fall.

Aber es ist nicht der einzige Paragraf, der erneuert oder angepasst werden soll.
Auch sollten wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass Politik und Gesetze zum Vorteil der Bürger oder/und Mieter gemacht würden.
So ist das MietAnpG von Ministerin Katarina Barley nun durch den Bundestag verabschiedet worden und soll zum 1.1.2019 in Kraft treten. Wie befürchtet gab es einige Abstriche vom ursprünglichen Entwurf, dennoch stellt es eine Verbesserung der Gesetzeslage aus Sicht der Mieter dar.
Die Modernisierungsumlage wird von 11 auf 8% gesenkt, die Mieterhöhung wird bei 3 Euro/m² in 6 Jahren gedeckelt, bei einem Mietpreis von weniger als 7 Euro/m² darf die Miete nur um 2 Euro/m² steigen nach der Modernisierung.
Nicht ganz das, was sich Mietaktivisten erhofft hatten, auf jeden Fall aber mehr Sicherheit für Mieter als bisher.
Hier noch der Entwurf der Regierung, weiterhin ein paar Links zu Kommentaren von anderen Webseiten:

Mietrechtsreform

cashkurs.com

Und auch ein Blick auf das, was sich bei Immobilienpreisen verändert hat. Die Blase, also die großen Gewinne für Spekulanten, scheint langsam zu platzen bzw. den Investoren geht die Puste aus, der Superzyklus neigt sich dem Ende zu. Natürlich werden die Immobilienpreise in den Ballungszentren (Großstädten) noch etwas weiter steigen, aber die Bedingungen für Spekulanten bzw. „Heuschrecken“ werden zunehmend schlechter, die Gewinnwahrscheinlichkeit sinkt und wird damit für viele uninteressant. Da auch die bisher möglichen Renditesteigerungen durch Luxusmodernisierungen durch die neue Gesetzgebung stark eingeschränkt werden, hat Vonovia bereits verkündet, in Zukunft nicht mehr so stark auf Modernisierungen zur Gewinnmaximierung zu setzen – alle Vonovia-Mieter wird es freuen.
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein bis auch andere Wohnungsunternehmen ihre Pläne zurückstellen oder aufgeben, auch Mieter der Deutsche Wohnen können wohl darauf hoffen.