Mietspiegel 2019

Gleich vorweg:
Nein, mir ist der neue Mietspiegel noch nicht bekannt, dennoch kann man schon einmal über einige „Anpassungen“ diskutieren.
April/ Mai soll er offiziell verfügbar sein, die meisten Änderungen sind sicher bereits beschlossen, auch wenn es in jeder Runde der Mietspiegel-AG heftige Diskussionen zwischen den Mietervertretern und den Vermietern gibt.
So soll in diesem Jahr die Eingruppierung in Wohnlagen neu vereinbart werden, wissenschaftliche Grundlagen (die mir leider nicht bekannt sind) sollen dafür herangezogen werden, um zu vermeiden, dass weiterhin Dutzende von Anträgen von Vermietern und Mietern um eine Herauf- oder Herabstufung entschieden werden müssen.

So gibt es eine Fraktion der Vermieter, die die Meinung vertritt, dass die drei Gruppen „einfache Wohnlage“, „mittlere Wohnlage“ und „gute Wohnlage“ zu wenig seien, um alle Kriterien zu berücksichtigen.
Lieber möchte man fünf Gruppen haben, egal wie man sie benennen soll.
Natürlich geht es darum die Quadratmeterpreise in die Höhe zu treiben, zumindest bei einigen Citywohnlagen, denn das Bestreben der meisten Vermieter bleibt es, möglichst hohe Profite zu erzielen. Die Nettokaltmiete stellt zu einem großen Teil den „Gewinn“ dar, davon müssen Wohnungen instand gehalten werden, d.h. der Zustand der ursprünglichen Vermietung muss ohne Modernisierung erhalten bleiben.
Durchschnittlich kostet die Instandhaltung 2,50 bis 3 Euro/ m² Wohnfläche, der Rest der Kaltmiete ist der Profit des Vermieters.
Davon müssen die Erstellungskosten (Neubaukosten) erwirtschaftet werden, das kann 15 – 40 Jahre dauern, je nach Baukosten und Miethöhe.

Große Wohnungsunternehmen in der Geschäftsform einer Aktiengesellschaft möchten diesen Zeitraum recht kurz halten, da die Aktionäre eine hohe Rendite erwarten.
Das klappt nur, wenn man Baukosten spart und Mieten in die Höhe treibt – das eben sind die kapitalistischen Spielregeln.
Deshalb wird z.B. von der Deutsche Wohnen (als einer der großen privaten Wohnungsgesellschaften) der Mietspiegelwert als ortübliche Vergleichmiete angezweifelt, was allerdings vom Verfassungsgericht zurückgewiesen wurde.

Gleichzeitig wirft es die Frage auf, ob mit Wohnraum überhaupt spekuliert werden sollte bzw. ob Wohnraum überhaupt in Privathand gehört, sofern es sich nicht um selbst bewohnten Besitz handelt.

Übrigens gibt es auch keinen Zwang zur Mieterhöhung, obwohl die alle zwei Jahre erscheinenden Mietspiegel von den meisten Vermietern für genau diesen Zweck genutzt werden.
Sind die Mieten zu hoch?
Gerade in Großstädten und Ballungsräumen sind derzeit kaum noch preisgünstige Wohnungen zu bekommen, für viele Menschen sind die geforderten Mieten zu hoch, mit ihrem Haushaltseinkommen können sie sich das Wohnen in den großen Städten nicht mehr leisten.

Genau das führte zu verschiedenen Forderungen, über deren Sinn oder Unsinn ich nicht urteilen möchte. Die Enteignung der Deutsche Wohnen wird gefordert, weitergehend sogar die generelle „Vergesellschaftung“ von Wohnraum, wenn Vermieter mehr als 3000 Wohnungen besitzen.

Warten wir die Entwicklung ab, besonders wie die Rechtswissenschaftler darüber urteilen. Und als Abschluss noch – dem Titel des Beitrags folgend – ein (!) Mietspiegel 2019.

Dieser Mietspiegel 2019 ist natürlich nicht der, auf den wir warten, sondern eine Orientierungshilfe für Vermieter, dennoch auch für Wohnungssuchende ein interessantes Dokument, da es die Wohnungsangebote abbildet.

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