Energetische Sanierung

So, ein paar erholsame Tage im östlichen Nachbarland sind vorbei, nun kann man sich wieder mit den Mieterproblemen bei uns befassen.

Steigende Mieten (siehe Mietspiegel 2017) und andauernder Ärger mit Vermietern wie der Deutsche Wohnen bleiben ganz oben auf der Skala der Ärgernisse, nun aber auch die „energetischen Sanierungen“, die auf die Mieterschaft umgelegt werden können – letztlich aber sinnlos sind, außer dass sie den Vermietern nette Profite verschaffen.

Ist schon der Einfluss des Senats auf die privaten Vermieter nahezu gleich Null, so muss bei den kommunalen Wohnungsunternehmen eine Lösung im Sinne der Mieter gefunden werden. Der Druck der bevorstehenden Bundestagswahl könnte dazu beitragen, dass die Politik eher im Sinne der Mieter und Wähler agiert, da man natürlich ein wählerfreundliches Image braucht um gewählt zu werden. Zumindest in Berlin besteht die Wählerschaft zu 85% aus Mietern, immerhin 12,8% von ihnen wohnen als Hauptmieter bei den LWU (landeseigenen Wohnungsunternehmen).

Aber was genau passiert hier eigentlich bei den Sanierungsvorhaben?
Fast alle Sanierungen sind „energetische Sanierungen“, bei denen Außenfassaden wärmegedämmt werden, neue Heizungen, neue Fenster eingebaut werden, und alles mit dem Versprechen auf 73% geringere Heizkosten, also Einsparungen bei den Betriebskosten.

Die Wahrheit sieht anders aus, die Sanierungskosten dürfen zu 11% (bei den LWU inzwischen nur noch zu 6%) auf die Mieter umgelegt werden, was drastische Mieterhöhungen bedeutet. Die tatsächlichen Einsparungen bei den Heizkosten liegen durchschnittlich bei 7%, was die Mieterhöhungen nicht ausgleicht. Ein profitables Geschäft für alle Vermieter, da die energetische Sanierung mit Zuschüssen bedacht wird, dazu ergibt sich durch die Mieterhöhung ein Gewinn, der weit über die Instandhaltungskosten hinausgeht – und vor allen Dingen auch bestehen bleibt, wenn die Sanierung komplett bezahlt ist, also nach 9 bzw. 17 Jahren (bei den LWU).
Als Instandhaltungskosten bezeichne ich hier die Kosten, die der Vermieter aus den Kaltmieterträgen bezahlen muss, um die Wohnungen in bewohnbarem und einwandfreiem Zustand zu erhalten, die jedoch nicht über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden können.
Diese liegen bei 1,50 bis 2,50 Euro/ m² monatlich.

Darüberhinaus gibt es allerdings auch noch Änderungsbedarf bei einigen Regelungen aus dem WoVG bzw. dem Änderungsgesetz (Vorschaltgesetz) dazu sowie der Kooperationsvereinbarung mit den LWU vom April 2017.

Das Thema wurde schon einmal von mir mit einem Beitrag bedacht, demnächst mehr dazu.