Betriebskosten

Als Betriebs- oder Nebenkosten (Betriebskosten ist der juristisch richtige Ausdruck) werden bezeichnet

die Kosten, die dem Eigentümer oder Erbbauberechtigten durch das Eigentum oder Erbbaurecht am Grundstück oder druch den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes, der Nebengebäude, Anlagen, Einrichtungen und des Grundstücks laufend entstehen.“

So sagt es die Betriebskostenverordnung vom 25.11.2003, die noch immer gültig ist.

Oft und gerne auch als „zweite Miete“ bezeichnet, ich hatte hier bereits ein paar Mal darauf hingewiesen, dass die Nettokaltmiete des Mietspiegels nur einen Teil der tatsächlichen Mietkosten ausmacht. Im vorigen Beitrag verwies ich auch auf den Betriebskostenspiegel, die Tabelle, die die durchschnittlichen Kosten der einzelnen Betriebskostenposten in Berlin auflistet.

Für die Mietberechnung im Beitrag verwendete ich den Betriebskostenwert, der sich ergibt, wenn man alle Mittelwerte der Tabelle addiert (3,25 Euro/m²), in Berlin sollte ich aber besser den amtlichen Mittelwert von 2,52 Euro/m² dafür verwenden.
Das bedeutet, dass im genannten Beispiel einer 55 m²-Wohnung die Nebenkosten nicht 178 Euro, sondern 139 Euro betragen würden.
Die Beispiele sind weder falsch noch richtig, sondern eben nur Orientierungswerte um eine Größenordnung zum Vergleich zu bieten.

Die ganze Tabelle gibt ohnehin nur mittlere Werte aus, der Begriff der „4/5-Spanne“ bedeutet, dass das oberste Zehntel der Werte ebenso unberücksichtigt blieb wie das unterste Zehntel, also nur die mittleren 8 Zehntel oder 4 Fünftel in der Tabelle berücksichtigt wurden.

Auch in der Mietspiegeltabelle sind die höchsten und die niedrigsten Werte nicht berücksichtigt worden, dabei handelt es sich allerdings um eine 3/4-Spanne, also entfielen das oberste Achtel und das unterste Achtel.
Rund 9000 Mietwerte wurden verwendet zur Erstellung des Mietspiegels, also gab es insgesamt ca. 12000 abgefragte Werte.

Noch ein Tipp:
Alle unter „Sonstige Betriebskosten“ aufgeführten Posten müssen explizit im Mietvertrag genannt sein, es lohnt sich also das zu kontrollieren, und zudem hat jeder Mieter das Recht die Abrechnungen und Unterlagen, die zur Erstellung der Betriebskostenabrechnung verwendet wurden, bei seinem Vermieter einzusehen. Dazu bitte auch die Betriebskostenverordnung aufmerksam lesen und die unlagefähigen von den nicht umlagefähigen Kosten unterscheiden, letztere dürfen nicht über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.

Sind Sie nun verwirrt genug?