Monthly Archives: Februar 2017

Im Winter kalt, im Sommer nass

Eigentlich können wir in Berlin mit der Situation der Mieter zufrieden sein, sofern man die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften betrachtet.
Es gibt einen Mietspiegel – über den man streiten kann – und die WBGen halten sich daran. Auch wenn das bisweilen – nach mehreren Jahren ohne Erhöhung der Kaltmieten – zu Mieterhöhungen von mehr als 10% führen kann, sind doch die Wohnungen bewohnbar und in durchschnittlich gutem Zustand.
Darüberhinaus gibt es allerdings noch Mietwohnungen von anderen Gesellschaften, die nicht der Kontrolle durch die Senatsverwaltung unterliegen.Read more

Mieterhöhungen 2016

Da war doch noch etwas?

Richtig, über die Mieterhöhungsbegehren der Berliner Wohnungsunternehmen hatte ich hier bereits in mehreren Beiträgen berichtet.
Interessant in diesem Zusammenhang ist es, dass schon im letzten Quartal 2016 über 26.000 Mieterhöhungsschreiben von den Gesellschaften verschickt wurden. Dass die Senatsverwaltung nun alle Mieterhöhungen ab 01.01.2017 gestoppt hat, nützt den betroffenen Mietern nichts mehr. Auch darunter gab es bereits mehr als 1500 Mieterhöhungen von mehr als 10%.

Hier soll es auch nicht darum gehen, dass die Forderungen der Vermieter weitgehend legal waren, sondern darum, dass die Mieten- und Wohnungspolitik in Berlin (die Wohnungsnot wurde von der SPD jahrelang geleugnet) sich auch unter Rot-Rot-Grün nicht wesentlich verbessert hat.

Wohnen (zur Miete) muss ein Grundrecht bleiben und es muss für jede Einkommensgruppe bezahlbar sein. Hier ist ein Handlungsfeld für die Mietervertreter aller Wohnungsunternehmen, besonders die 2016 gegründeten Mieterräte. Gemeinsames politisches Handeln ist erforderlich, besonders im Wahljahr sollten wir den Druck, den Wählerstimmen auf Politiker ausüben können, nutzen.
Die im Koalitionsvertrag ausgewiesenen Bekenntnisse zu moderaten Mietsteigerungen und zu geringeren Umlagen von Modernisierungsmaßnahmen müssen nun in Gesetze gegossen werden. Besonders da inzwischen die Sozialmieten (also Mieten bei den kommunalen Wohnungsunternehmen) im Durchschnitt höher sind als die Mieten auf dem freien Markt, ist eine Regulierung erforderlich, verbunden mit einem umweltverträglichen Neubau von bezahlbarem Wohnraum für die wachsende Stadt.

Betriebskosten – die zweite Miete

Mal ehrlich, wer von Ihnen hat nicht schon vor der jährlichen Betriebskostenabrechnung gesessen und ist verzweifelt an der Unüberschaubarkeit der vielen aufgeführten Posten.
Zuerst die Komplettkosten für das ganze Mehrfamilienhaus, dann die Aufteilung auf die Wohnfläche, dann daraus berechnet der Anteil, den man als Mieter zu bezahlen hat.

Warum sind die Heizkosten so hoch? Der Winter war doch nicht lang und kalt, und so viel geheizt habe ich doch gar nicht.

Warmwasserverbrauch, Kaltwasserverbrauch, Abwasser, was sind das alles für Zahlen? Wer hat die gemessen und wo?

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WVB AöR, ein zahnloser Tiger?

Einige Medienbeiträge, z.B. im Tagesspiegel, sorgen für Verunsicherung bei den Mietervertretern.
Ja, zugegeben, man hat schon damit gerechnet, dass die ungeliebten Mieterräte in der ein oder anderen Weise behindert werden in ihrer Arbeit, dass auch die neu gegründete Wohnraumversorgung Berlin AöR (WVB AöR) als übergeordnete Senatsverwaltungsstelle für die 6 Wohnungsunternehmen nicht die Interessen der 320.000 Mieter wahrnehmen wird, sondern eher politische Vorgaben kontrollieren soll.Read more

Mieterhöhung, die Zweite

…also quasi eine Fortsetzung des Blogbeitrags vom 19. Januar.
Der laute Aufschrei etlicher betroffener Mieter – bei der Gewobag sollen es in Schöneberg 120 gewesen sein – und die Darstellung in den Medien hat dazu geführt, dass die Senatorin nun darauf dringt, dass alle Mieterhöhungen nach dem Jahresbeginn erst einmal ausgesetzt werden, bis es neue Regelungen, konform zum Koalitionsvertrag, gibt.
Also ein Sieg in der ersten Runde.Read more