Mieterräte, Mieterverein

Mietervertretungen gibt es eine Menge, teils selbst organisiert von engagierten Mietern, teils von den Wohnungsbaugesellschaften, nennen sie sich Mieterbeirat oder Mieterrat, wobei die letztgenannten nun per Gesetz den kommunalen WBGen in Berlin „verordnet“ wurden.

Eher als ungeliebte Pickel, denn als Mitbestimmung der Mieter werden sie von den Geschäftsführern der WBGen gesehen.

Dazu kommen professionell geführte Vereine wie der Berliner Mieterverein, der sich ebenfalls als Vertreter der Mieterinteressen sieht, sich diese Vertretung allerdings auch honorieren lässt. Dafür kann er Rechtsberatungen durchführen und Mieter bei Rechtsstreitigkeiten gegenüber dem Vermieter auch mit Fachanwälten vertreten.
Am 6. Dezember waren die neuen Mieterräte der 6 Berliner WBGen eingeladen zu einem „Kennenlerntreffen“, 4 von ihnen kamen der Einladung nach.
Es war eine freundliche Atmosphäre, in der jeder nach Informationen der anderen heischte, selbst ein wenig von seinen Erfahrungen mit dem Vermieter, sprich „seiner“ Wohnungsbaugesellschaft berichtete. Die Unterschiede sind doch erheblich, und als Mietervertreter bei der Gewobag konnte ich die Information mitnehmen, dass andere WBGen es den Mietervertretungen viel schwerer machen.
Quoren von 25% bei Mieterbeiratswahlen haben z.B. bei einer Gesellschaft bisher die Bildung derartiger Gremien verhindert (bei der Gewobag lag die Wahlbeteilung bei Mieterbeiratswahlen bei 8 – 12% durchschnittlich).
Räume, die für Mieterratssitzungen genutzt werden können, gibt es bei einer anderen Gesellschaft nicht, sie verweist darauf, dass das Jahresbudget von 5000.- Euro für das Anmieten entsprechender Räume genutzt werden soll.

Kurz und gut, die Gewobag ist nicht der beste Vermieter in Berlin (von den 6 Gesellschaften halte ich die Howoge für die kooperativste), aber bei weitem nicht der schlechteste.
Wer nun einen Nutzen aus der Veranstaltung gezogen hat sei erst einmal dahingestellt, ob der Mieterverein uns Mieterräten bei der Arbeit helfen kann bleibt abzuwarten.

Das Jahr 2017 wird uns Erkenntnisse darüber liefern, welche Möglichkeiten wir als Mieterat tasächlich haben, welche gesetzlich festgelegten Aufgaben wir einfordern müssen und welche Partner dabei hilfreich sind.